IMAGE KOLUMNE NR. 6 / AUGUST 2007
Herbede und die Tour de France
Mann oh Mann – was für ein Sommer, was für ein Theater! Da willst du als daheim gebliebener Urlaubsverweigerer mal ein wenig Fahrradfahren in Frankreich gucken und was kommt raus? Anstatt einer Radrundfahrt eine astreine Spritztour! Doping hier, Doping da – Doping ist für alle da! Wobei ich glaube, dass die Sportler wirklich gute Absichten hatten. Die wollten im Prinzip nicht negativ auffallen, die wollten viel eher positiv rüberkommen. Ist ihnen ja auf eine Art und Weise dann auch gelungen. Und die Konsequenz: das Fernsehen dreht auch noch den Saft ab! Die hatten wohl keine Lust mehr, sich auf die neuen Bedingungen einzustellen. Obwohl - das hätte ja auch weiterhin spannend sein können. Dann hätte sich eine Berichterstattung vielleicht so angehört: „Vorne im Fahrerfeld sehen wir den Gesamtführenden in seinem Trikot mit der gelben Spritze. Direkt dahinter der Fahrer mit dem Trikot des besten Jung-Dopers, dicht gefolgt vom Fahrer im roten Trikot, des Punktbesten in der Fremdblutzuführung!“
Jetzt werden Sie sich vielleicht fragen: und was hat das Ganze jetzt mit Herbede zu tun? Noch gar nichts, aber das kann sich ja ganz schnell ändern. Weil sich ja jetzt nach dem ganzen Skandal alles ändern soll! Da wird jetzt hart durchgegriffen, da gibt es Bestrafungen und neue knallharte Gesetze – vielleicht.
Nur wenn das dann kommen sollte, dann betrifft das ja den ganzen Radsport! Auch die ganzen Radfahrer, die jeden Tag um den Stausee radeln! Man weiß ja noch gar nicht, auf welche Stoffe die ganzen Dopingtests dann noch ausgeweitet werden! Und ich sehe schon die ganzen Kontrollen am Stausee und dann die Schlagzeilen: „Am Wochenende wieder 26 Radfahrer positiv auf „Steak englische Art“ getestet – Fremdblutanteil mehrfach überhöht!“ Oder: „Erwischt! Freizeitradler versuchte eigene Urinprobe gegen Probe aus dem Kinderbecken des Freizeitbades auszutauschen!“ Oder: „Radfahrer beteuert seine Unschuld. Der erhöhte Testosteron-Wert sei auf die Verwendung von Zuchtbullenfleisch in einer von ihm verzehrten Currywurst zurückzuführen.“
Und die Konsequenz von der ganzen Geschichte? Kein Mensch würde am Stausee mehr mit dem Rad fahren! Die ganzen Radfahrwege würden völlig überflüssig. Was macht man dann mit denen? Für den Fall der Fälle hätte ich da einen Vorschlag: wie wäre es mit einem Doping-Lehrpfad? Mit verschiedenen Stationen: „Die Jan Ullrich Doktorspiele Ecke mit einem echten spanischen Arzt“ oder das „Erik Zabel Pressekonferenz Rollenspiel mit echte Tränen“. Da gäbe es viele Möglichkeiten. Merke allerdings, dass gerade meine Kreativität beim Schreiben nachlässt. Muss glaube ich mal ein paar Aufputschmittel nachwerfen. Bis demnächst.