IMAGE KOLUMNE NR. 7 / SEPTEMBER 2007

Herbede und die Raucher

Manchmal bin ich ja schon regelrecht durcheinander – als bekennender Raucher. Wegen diesen ewigen Neuregelungen auf dem Rauchsektor. Andauernd sind da irgendwelche Änderungen. Man kommt da ja gar nicht mehr hinterher. Und was das für Auswirkungen hat. Da darfst du als Raucher nicht mehr deine landesübliche Währung in Zigarettenautomaten werfen, du musst jetzt eine Plastikkarte benutzen. Da muss man jetzt auch wissen, dass die Entsorgung von abgebrannten Brennstäben (nicht die aus den Atomkraftwerken, die aus den Automaten mit der Plastikkarte) im Wittener Stadtgebiet auf Bürgersteigen oder öffentlichen Flächen mit einem Ordnungsgeld belegt werden kann. Da muss man wissen, in welchen Bundesländern ab welcher Zeit in welchem Umfang in welchen Gebäuden nicht mehr geraucht werden darf. Und dann die ganze Diskussion mit diesen Schockfotos auf Zigarettenschachteln als Abschreckung. Das ist ja jetzt schon mit diesen Sprüchen nervig: „Rauchen kann tödlich sein“! Das weiß man aber doch! Die Autoindustrie macht doch auch keine Aufkleber auf ihre Neuwagen: „Autofahren kann tödlich sein!“ Natürlich ist es richtig darauf hinzuweisen, das Passivrauchen die Gesundheit gefährdet, aber das ist bei Passivautofahren, also als  Beifahrer,  doch genau so.

Da frage ich mich dann schon, wie es dann bald in Herbede zugehen wird, wenn das Rauchverbot in Nordrhein-Westfalen kommt. Stehen dann ganze Menschentrauben von Rauchern vor den Restaurants und Gaststätten, bei Wind und Wetter. Kommen dann neue Sprüche auf die Zigarettenschachteln? „Rauchen vor Gaststätten bei Temperaturen unter null Grad kann zur Lungenentzündung führen?“ Und liegt das Ordnungsamt dann auf der Lauer, um sofort auf den Boden geworfene Kippen abzukassieren, quasi als „Radarfalle für Raucher“? Und bekommt der Dorfmeister dann eine Gefahrenzulage, wenn er die angebrachten Aschenbecher an den Abfalleimern entleert? Stell dir nur mal vor, da fällt ihm so ein voller Aschenbecher mitten auf die Meesmannstraße und das kriegt ein Ordnungswächter mit! Da kann dann aber innerhalb von Sekunden ein ganzes Monatsgehalt in Rauch aufgegangen sein!  Werden dann öffentliche Rauchzonen im Dorf eingerichtet, wie zum Beispiel die „Helmut-Schmidt-Kettenraucher-Ecke“? Und wo soll das noch alles enden. Heißt es vielleicht dann demnächst noch: „Schnitzelverbot in Restaurants (können nämlich zu Übergewicht führen). Alkoholverbot (kann nämlich zur Sucht führen). Sitzverbot und Tresenstehverbot (Bewegungsmangel kann krank machen). Bezahlverbot in Restaurants (Rechnungen können pleite machen). Wobei: vielleicht sollte man zur Vereinfachung nur noch einen Aufkleber machen: „Politiker können dich mit ihren Entscheidungen schwer durcheinander machen!“

Top

Micki Wohlfahrt | info@kabarett-k3.de