IMAGE KOLUMNE NR. 21 / NOVEMBER 2008

Herbede und die Nackt-Scanner

Wo soll das noch alles enden? Einführung von Nackt-Scannern an deutschen Flughäfen! Ich habe dies erst einmal für einen Scherz gehalten, aber die Scanner gibt es in anderen Ländern ja schon wirklich! Da hat die Lobby der international tätigen Voyeure aber ganze Arbeit geleistet, getreu dem Motto: „Der Voyeur braucht kein Gehör!“. Und bei dem dort tätigen Personal bekommen bestimmte Sätze bei den Gesprächen in der Dienstpause auf einmal eine ganz andere Bedeutung: „Ich hatte heute wieder einige heiße Nacktschnecken in der Kontrolle“ oder „Ich hab bei meinen Kontrollen heute nur nacktes Elend gesehen“. Und vor allen Dingen müssen sich bestimmte Berufsgruppen komplett umorientieren. Die Paparazzi zum Beispiel. Dann heißt es nicht mehr stundenlanges Warten hinter dornigen Büschen unter heißer Sonne, bis man den Promi beim Nacktbaden im Pool erwischt. Da heißt es dann ab sofort gute Scannerfotos bei der Kontrolle am Flughafen zu machen!

Was mir aber richtig Sorgen macht ist der Fakt, dass diese Nackt-Scanner ein Erfolg werden könnten und dann überall in unserem alltäglichen Leben eingesetzt würden. Jetzt stell dir mal vor, du willst in ein paar Jahren mal eben zum Einkaufen ins Dorf nach Herbede und dafür schreibst du vorher am Küchentisch deinen Einkaufszettel. Das brauchst du dann nicht mehr, denn Jeder, der ins Dorf will, muss erst durch diesen Nackt-Scanner gehen. Nach der Durchleuchtung erhältst du dann automatisch ein Ergebnisprotokoll. Und dieses Protokoll ersetzt deinen Einkaufszettel und könnte dann so aussehen: herzlich willkommen in Herbede! Unser durchgeführter Scann hat folgende Fakten ergeben. Sie haben Übergewicht. Die Süßigkeiten-Abteilungen, Cafes und Schnell-Imbisse in unserem Einkaufsgebiet werden für Sie zur Sperrzone erklärt.  Der Ausdünstungsgrad ihres Körpers liegt um 25% über dem zulässigen Grenzwert. Sie werden aufgefordert, unverzüglich eine unserer vorhandenen Hygieneartikel-Abteilungen aufzusuchen, diese Artikel käuflich zu erwerben und diese dann auch anzuwenden. Auf Grund ihrer Gewichtszunahme passt ihre Unterwäsche nicht mehr. Sie werden aufgefordert, umgehend eines unserer Fachgeschäfte aufzusuchen, um dieses persönliche Defizit Ihrerseits zu beheben. Ihre Frisur ist das Letzte. Momentan sind sie als „optisches Elend“ eingestuft.  Suchen sie eine Fachkraft zur Gestaltung des menschlichen Haupthaares auf. Zuwiderhandlungen werden mit Bußgeld belegt. Der Inhalt ihrer mitgeführten Geldbörse beträgt 52,81 €. Dieser Betrag ist nicht ausreichend für die zu erledigenden Aufgaben des Ergebnisprotokolls. Suchen sie ihr Geldinstitut in unserem Einkaufsgebiet auf. Der mitgeführte Kontoauszug in ihrer Brieftasche weißt aus, dass sie kein Geld mehr bei ihrer Bank erhalten. Bitte nehmen sie umgehend einen neuen Kredit auf.

Vielleicht ist dieses zukünftige Szenario ja unbegründet. Falls es aber doch kommen sollte lade ich schon jetzt zum Bündnis „Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen“ ein, der dann den Aktionsplan „Mach dem Voyeur das Leben schwer“ erarbeitet. Mein Vorschlag für ein erstes konspiratives Treffen - die Sauna im Heveney!                                                        

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Micki Wohlfahrt | info@kabarett-k3.de