IMAGE KOLUMNE NR. 19 / SEPTEMBER 2008

Herbede und der Teilchenbeschleuniger

Man was machen die da einen Zirkus mit dieser Inbetriebnahme dieses größten Experimentes der Menschheitsgeschichte – diesem Teilchenbeschleuniger da in der Schweiz. Das musst du dir mal vorstellen: da bauen die da einen 27 Kilometer langen ringförmigen Tunnel um herauszufinden was passiert, wenn zwei Teilchen mit einer gewissen Beschleunigung aufeinandertreffen. Das soll ja die Fragen nach dem Urknall beantworten und wo wir herkommen und wo wir hingehen und was wir dann da machen! Und das soll ja auch den Endknall des Universums erklären. Manche Menschen haben jetzt sogar Angst davor, dass bei dem Experiment die gefährlichen „schwarzen Löcher“ entstehen und unsere Erde dann verschluckt wird. Bei aller Panikmache: erst einmal hat das Experiment viel Geld verschluckt – nämlich rund 3 Milliarden Euro! Und das für die Beantwortung dieser einfachen Fragen! Die hätten doch Jeden in Herbede zu diesen Themen fragen können, dann hätten die das doch auch rausbekommen! Da hätten die mal lieber jedem Herbeder 150.000 Euro in die Hand gedrückt – wäre genau so teuer geworden - nur wir Herbeder hätten auch noch was davon gehabt!

Also für alle wissenschaftlich interessierten Menschen hier die Herbede-Theorie zur Teilchenbeschleunigung. Beschreiben wir zuerst die beiden Teilchen, die in diesem Experiment aufeinandertreffen. Teilchen A ist Werner K. aus der Kirchstr. in Herbede. Werner K. begibt sich in das Versuchslabor. Dieses Versuchslabor heißt in Herbede entweder Gaststätte, Kneipe, Restaurant, Feier, Fete oder wie auch immer. Hier trifft Teilchen A Werner K. in der Regel auf Teilchen B. Teilchen B heißt meistens Pils, Alt, Sekt, Ouzo, Herbeder Tropfen oder wie auch immer. Die Beschleunigung der beiden Teilchen erfolgt nun durch das einfache Element des Alkohols. Je mehr Alkohol, desto größer die Beschleunigung bei Teilchen A Werner K. Eine optimale Beschleunigung ist dann erreicht, wenn Teilchen A seiner Umwelt mitteilt, dass sich „bei ihm alles dreht“. Zu diesem Zeitpunkt liefert das Experiment dann ganze wichtige Antworten auf grundlegende Fragen: wo komme ich her? Von zu Hause! Wo gehe ich hin? Wieder nach Hause! Und was mache ich dann da? Schlafen! In seltenen Fällen kann man sogar Teile von Einsteins Relativitätstheorie erfahren, nämlich die Krümmung der Zeit oder besser gesagt die Erfahrung, dass die gleiche Strecke zwischen Wohnung und Kneipe auf dem Rückweg meistens länger dauert. Manchmal macht man dann auch die Erfahrung des Urknalls, wenn beim Betreten der eigenen Wohnung die Partnerin/der Partner mit einem kosmischen Redesturm auf einen wartet. In manchen Fällen können diese Fälle dann sogar zum Endknall des eigenen Universums führen. Dies bezeichnet man dann umgangssprachlich meistens als Trennung oder Scheidung.  Und manchmal tritt dann auch das Phänomen des „schwarzen Loches“ auf. Dies äußerst sich stets in der Bemerkung: „Ich kann mich irgendwie an nichts mehr erinnern!“. So, liebe Schweizer Wissenschaftler mit eurem Teilchenbeschleuniger, jetzt wisst ihr Bescheid. Und wenn ihr meint, der Physik-Nobelpreis geht dieses Jahr in die Schweiz: niemals die Rechnung ohne die Herbeder machen!

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Micki Wohlfahrt | info@kabarett-k3.de