IMAGE KOLUMNE NR. 27 / APRIL 2009

Herbede und das Frühlingsgedicht

Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte! Das Thema „Frühling“ und Gedichte – das war einmal ein Klassiker in unserem Kulturkreis. Wo ist diese schöne Tradition geblieben? Wo sind die Poeten der Neuzeit und vor allen Dingen: wo ist der Frühling? Aber keine Angst. Er kommt und mit ihm die neue Generation von Frühlingsgedichten! Gut, die Zeiten haben sich ein wenig verändert, die Themen auch, die Natur sowieso und die Menschen erst recht. Aber dies ist doch kein Grund keine neuen Frühlingsgedichte zu schreiben! Und somit eröffne ich hiermit die Privatinitiative „Neue Frühlingsgedichte für Herbede“. Natürlich werde ich mich an diese Stelle nicht aus der Verantwortung ziehen und werde selbstverständlich mit gutem Beispiel vorangehen und mein erstes Frühlingsgedicht hier vorstellen. Es heißt: „Frühling 2009“

Oh Frühling zweitausendneun, du Wicht, wo bleibst du, kommst zu spät zur Schicht

Du bist nicht pünktlich, kommst nicht nach Plan, gehörst du jetzt zur Deutschen Bahn?

Für all die Kälte nach  langer Zeit, bring jetzt die Sonne, wir sind bereit!

Denn Kerner, Beckmann, Jauch - die gibt’s den Rest des Jahres auch!

 

Oh Frühling zweitausendneun, du Held, bring Licht ins Dunkel mit unserem Geld

Verscheuch die Krise mit dem Zaster und send der Sonne Strahlen auf das Pflaster

Denn eine Bank im Sonnenschein, das schaffst nur Du, der Frühling, ganz allein

Und sollt es dir wirklich nicht gelingen, uns Menschen die Wärme zu bringen

weil Kachelmann und seine Bande schiebt aus der Schweiz ein Tief ins Lande

dann sei nicht traurig, du stehst nicht auf dem Schlauch

Denn Kerner, Beckmann, Jauch - die gibt’s zur Frühlingszeit ja auch!

 

Oh Frühling zweitausendneun, du Strahl, bring uns die Autos neuester Wahl

Den Alten* haben wir abgewrackt, die Prämie dafür eingesackt

Es ist Frühling in der Konjunktur, die Wirtschaft kommt in ihre Spur

Und wenn die Tulpen wieder sprießen und später dann die Boni fließen

Sind fast Alle glücklich und zufrieden, nur Fußgängern ist dies nicht beschieden

Keine Prämie wer sich fürs laufen plagt, doch Fußgänger seid nicht verzagt – es gilt der Brauch

Denn Kerner, Beckmann, Jauch – die gibt’s für Fußgänger ja auch!

(* Alten: gebrauchtes Fahrzeug. Nicht zu verwechseln mit Ehemann)

 

Oh Frühling zweitausendneun, du Krone, erstes Eis mit Sahne und auch ohne

Die Säfte schießen in die Blätter, in der Koalition wird’s auch nicht netter

Oh Frühling wirst so ignoriert, weil im Herbst die Wahl passiert

Drum ein Tipp, alter Kollege, geh ganz einfach deiner Wege

Denn der Sommer kommt bald an die Türe, will verdrängen dich von hiere

Dann sag dem Sommer ruhig besonnen, er hätte  die Sommerpause jetzt gewonnen

Denn Kerner, Beckmann, Jauch – die machen Sommerpause auch!

Einen guten Start in den Frühling wünscht

Micki Wohlfahrt              

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Micki Wohlfahrt | info@kabarett-k3.de