IMAGE KOLUMNE NR. 33 / OKTOBER 2009
Herbede und die Wahlanalyse
Liebe Wählerinnen und Wähler in Herbede! Die Bundestagswahl ist vorüber. Natürlich möchte ich an dieser Stelle das Ergebnis nicht kommentieren, aber als ich mir die Zahlen für Herbede so im Internet angeguckt habe, da hat sich doch eine kleine Sorge bei mir eingeschlichen: die Nichtwählerinnen und die Nichtwähler! Das Thema „Nichtwähler“ möchte ich eigentlich hier auch nicht kommentieren, aber es betrifft mich auf eine ganz persönlich direkte Art und Weise. Deshalb muss auch an dieser Stelle einmal Raum sein, um eine persönliche Betroffenheit zu äußern.
Das Problem ist nämlich dieses: in meiner beruflichen Tätigkeit muss ich ja sehr viel schreiben. Im Durchschnitt verbrauche ich ca. alle 10 Tage einen Kugelschreiber. Dies macht auf ein Jahr hochgerechnet 37 Kugelschreiber. Dies bedeutet wiederum, dass ich bis zur nächsten Bundestagswahl im Jahr 2013 rund 148 Kugelschreiber verbrauchen werde. Jetzt wird sich vielleicht die Leserin bzw. der Leser dieser Zeilen fragen, was meine Kugelschreiber mit den Nichtwählern in Herbede zu tun haben? Ich werde es versuchen zu erklären.
Bei der Bundestagswahl in Herbede 2009 waren in den vier Herbeder Wahlbezirken genau 11.124 Bürger wahlberechtigt. Wirklich gewählt haben davon 8.541 Bürger. Heißt im Umkehrschluss, dass 2.563 Bürger nicht wählen waren.
Jetzt muss man als Bürger ja wissen, dass die angetretenen Parteien für jede abgegebene Zweitstimme bei der Wahl eine Erstattung von 70 Cent bekommen. Und damit kommen wir meiner Problematik schon etwas näher. Wenn nämlich jetzt 2.563 Herbeder nicht wählen waren, dann fehlen den Parteien 2.563 x 70 Cent in der Kasse, was immerhin einer Summe von 1794,10 Euro entspricht – nur für Herbede.
Und diese Summe von 1794,10 Euro fehlt dann im Wahlkampf für das Jahr 2013. Damit wird dann auch den Parteien das Geld fehlen, um ausreichend Kugelschreiber mit Werbeaufdruck zu bestellen, welche dann kostenlos im Wahlkampf an die Wählerinnen und Wähler verteilt werden. Rechnet man mal jetzt pro Werbekuli 5 Cent Kosten, dann müssen die Parteien alleine in Herbede im Wahlkampf 2013 wegen dieser nicht bekommenen Wahlkampfkostenerstattung genau 35.882 Kugelschreiber weniger bestellen – und bei so einer Verknappung ist es für mich dann unglaublich schwer, die 148 Kugelschreiber für die nächste Legislaturperiode an den Wahlkampfständen zusammen zu schnorren. Also liebe Nichtwählerinnen und Nichtwähler: nächstes Mal einen Ruck geben und wählen gehen! Ist nicht nur gut für die Demokratie, sondern auch für mein Gefühl, auch beim nächsten Bundestagswahlkampf noch genug Kugelschreiber abgreifen zu können – denn wie heißt der alte Spruch beim Skat: „Wer schreibt bleibt und wer wählt zählt“.