IMAGE KOLUMNE NR. 41 / MAi 2010

HERBEDE UND DIE ASCHE AUS DEM WESTEN

Liebe Leserinnen und Leser! Letzten Monat konnte man an dieser Stelle etwas über „Herbede und die Idee aus dem Osten“ lesen. Vier Wochen später ist der kleinere Bruder namens „Westen“ darüber so sauer (weil er als Himmelsrichtung in dem Text nicht vorkam), dass er in Form eines Vulkanausbruches in Island Feuer und Asche spuckt – mit fatalen Folgen wie allgemein bekannt sein dürfte. Heißt im Klartext: die letzte Kolumne ist mit Schuld am Vulkanausbruch!  „Das gibt es doch nicht! Was reimt der Wohlfahrt sich denn da zusammen? Das hat doch gar nichts miteinander zu tun!“ höre ich jetzt wohl die meisten Leserinnen und Leser sagen. Ich konnte das auch nicht glauben! Was hat eine kleine Kolumne mit dem Vulkanausbruch in Island zu schaffen? Eine Bekannte von mir hat mich dann aufgeklärt. Die ruft nämlich regelmäßig bei diesen Astrologie-Fernsehsendungen an und wollte wissen, wer hinter diesem Vulkanausbruch steckt. Die Astrologin hat dann die Knochen geworfen und einen direkten Zusammenhang zwischen Island und Herbede hergestellt. Die Geschichte wäre nämlich folgender Maßen:

Der allseits bekannte Zwergenkönig Goldemar wäre nämlich nach Herbede zurückgekommen, um sein ehemaliges Zuhause, die Burg Hardenstein, anzuschauen. Als er dann den Zustand der Burgruine sah und auch noch die Kolumne über den Zerfall des Straßensystem gelesen hatte, wurde er so wütend, dass er außer sich war. Bei seinem Tobsuchtsanfall stieß er dann noch unglücklicher Weise an einen Teil der Ruinenmauer auf Hardenstein, welche dann ja leider zusammenbrach. Dieses Ereignis brachte ihn noch mehr in Rage. Er verließ Herbede und reiste zur Erholung zu seinem Schwippschwager nach Island. Der Schwippschwager ist der in Herbede (noch) unbekannte Vulkantroll Eyjafjallajökull. Beim abendlichen Metgelage erzählt Goldemar von seinem Besuch in Herbede und von seiner Enttarnung, damals vor langer Zeit. Seine Tarnung und Unsichtbarkeit wäre ja perfekt gewesen bis zu dem Tag, wo ihn ein Küchenjunge mit Mehlstaub sichtbar gemacht hätte – und das war damals der Anfang vom Ende. Sein Schwippschwager, der Vulkantroll Eyjafjallajökull, war beeindruckt und entsetzt zugleich und so wurde noch am gleichen Abend der Racheplan ausgearbeitet. „Ich habe zwar keinen Mehlstaub, aber dafür Vulkanasche!“, sagte Eyjafjallajökull, „und die schicken wir da jetzt mal rüber und wenn die Asche dann dort ankommt machen wir sie unsichtbar und sorgen für Verwirrung – wir drehen den Spieß mal um“ Soweit die Geschichte, deren Auswirkungen ja bekannt sein dürften. Jetzt habe ich nur die große Sorge, dass ich demnächst als Experte in all diese Talkshows eingeladen werde, von Beckmann und Kerner und Lanz und wie sie alle heißen, und diese Geschichte erzählen muss. Mit ungeahnten Folgen! Nachher muss ich noch für die ganzen Ausfallkosten der Fluglinien aufkommen! Man würde mir vorwerfen, dass ich keinen Notfallplan in der Tasche gehabt hätte für den Fall, dass sich ein Herbeder Zwergenkönig mit einem isländischen Vulkantroll zusammen tut.  Aber mal im Ernst: wer konnte denn damit auch rechnen?   

 

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Micki Wohlfahrt | info@kabarett-k3.de