KIRCHENKABARETT
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MICKI WOHLFAHRT
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PRESSEKRITIK zur Premiere am 12. Juni 2010 von AUS HEITEREM HIMMEL der RUHR-NACHRICHTEN Witten von Dietmar Bock
Lesung aus Petrus`Witzebuch - "Aus heiterem Himmel" glänzt Micki Wohlfahrt mit anspruchsvollem Kabarett
"Aus heiterem Himmel" berichtet Micki Wohlfahrt in seinem neuen, gleichnamigen Programm von kirchlichen und weltlichen Verfehlungen. Samstagabend wurde er dafür zu recht mit Minuten langen Ovationen gefeiert. So ganz und gar nicht aus heiterem Himmel fand die Premiere seines dritten Solo-Kabaretts bei "Kultur auffem Hügel" im proppevollen Gemeindesaal der evangelischen Trinitatis-Kirche statt. Hier ist er groß geworden, und hier spielt er stets seine Premiere erstmals vor Publikum. Entsprechend erleichtert war Wohlfahrt nach dem über zweistündigen, schweißtreibenden Programm: "Da weiß man vorher nicht wo man steht. Ich bin froh, dass es so gut angekommen ist." Mit dem Titel seines neuen Werkes trifft der ehemalige Kirchen-Jugendreferent voll ins Schwarze. "Aus heiterem Himmel" ist das, was er zusammen getragen hat sicher nicht, aber es kommt so rüber. Der bildhafte Ausdruck, der für das plötzliche Hereinbrechen eines Ereignisses steht, findet sich in jeder seiner kleinen, sorgsam recherchierten bzw. selbst erlebten Geschichten. So entwickeln sich detailgetreue Schilderungen, die unerwartete Kehrtwendungen nehmen. Micki Wohlfahrt pendelt dabei zwischen Himmel und Erde, also zwischen kirchlichen und weltlichen Problemen. Er zeigt sich dabei stets sozialkritisch und auf der Höhe des politischen und gesellschaftlichen Geschehens. Aus heiterem Himmel bringt er den Rücktritt des Bundespräsidenten, die Bankenkrise und die Promille-Fahrt der ehemaligen Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche, Margot Käsmann, zusammen, und wünscht sich die Gottesdienst-Lesung aus dem Witzbuch des Petrus herbei. Mehr Spaß möchte er in der Kirche haben, was er auch Atheisten aus Sachsen vermitteln will. Da nimmt der Kabarettist alle Arten von Kirchenmitarbeitern auf die Schüppe und führt sie liebevoll mit allen ihren (Un-)Eigenarten vor. Zum "running gag" mutieren seine drei Versionen von "Noah und die Sintflut": Meditationsanweisung, Bilderbuch ohne Bilder und Sponsoring-Bericht mit Nennung der Werbeträger. So macht er - aus heiterem Himmel - beste Werbung für exzellentes, höchst anspruchsvolles Kirchenkabarett.
Letzte Aktualisierung: 25. Juli 2010